Auf Helmnorm ECE 22-05 achten: Nicht jeder Kopfschutz ist auch einer!

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In den meisten Ländern ist er beim Motorradfahren – zu Recht – vorgeschrieben, verringert er die Gefahr schwerer Kopfverletzungen oder gar eines Unfalltodes doch beträchtlich: der Motorradhelm. Worauf ist allgemein beim Kauf zu achten und wann sollte man seinen Helm eigentlich wechseln?  Deßhalb sollte man besonders auf die Helmnorm ECE 22-05 achten.

Helmnorm ECE 22-05: Anforderungen an den Motorradhelm

Der Motorradhelm gehört zur Schutzkleidung eines Motorradfahrers und gilt als ihr wichtigster Bestandteil. Studien besagen, dass er bei Verkehrsunfällen die Rate an Schädel-Hirn-Traumata unter den Unfallopfern um etwa 70 Prozent und die Sterblichkeit um immerhin rund 40 Prozent senkt. Aus diesem Grund ist der Helm in fast allen Ländern gesetzlich vorgeschrieben.

Der Motorradfahrer ist einer viel höheren Gefahr ausgesetzt als der Verkehrsteilnehmer im PKW, u.a. aufgrund der fehlenden Knautschzone und der großen Sturzgefahr bei Nässe. Aus diesem Grund existieren exakt festgeschriebene und einzuhaltende Vorgaben und Anforderungen hinsichtlich der Sicherheit und Qualität des Produkts – festgelegt in der Helmnorm ECE 22-05.

Die Abkürzung ECE bedeutet „Economic Commission Europe“ und steht für eine europäische Verordnung, nach deren Vorgaben Motorradhelme produziert werden müssen. Helme, die nicht nach der Verordnung ECE 22-05 hergestellt wurden bzw. deren Anforderungen nicht erfüllen, stellen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit des Fahrers dar. Seit 2003 ist die fünfte Novelle, die mit nochmals überarbeiteten und verschärften Richtlinien versehen wurde, in Kraft.

 Helme, die nicht nach der Verordnung ECE 22-05 hergestellt wurden bzw. deren Anforderungen nicht erfüllen, stellen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit des Fahrers dar. (#01)

Helme, die nicht nach der Verordnung ECE 22-05 hergestellt wurden bzw. deren Anforderungen nicht erfüllen, stellen eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit des Fahrers dar. (#01)

Diese Norm legt u.a. folgende Sicherheitskriterien bei der Prüfung fest:

  • die Größe des Sichtfeldes
  • der Tönungsgrad des Visiers
  • die chemische Haltbarkeit der Außenschale
  • die Belastbarkeit von Kinnriemen und Kinnriemenverschluss
  • die genauen Werte der Stoßdämpfung an verschiedenen Helm-Punkten

Helm ist daher nicht gleich Helm: wer sich einen neuen kaufen will, sollte daher unbedingt auf das ECE-Zeichen achten.

 

Die Schadensersatzansprüche können bei einem Unfall mit dem Motorrad, nämlich wesentlich geringer ausfallen. Helme ohne das ECE-Prüfzeichen sollten daher gar nicht erst erworben werden, darin sind sich die Fachleute einig.(#02)

Die Schadensersatzansprüche können bei einem Unfall mit dem Motorrad, nämlich wesentlich geringer ausfallen. Helme ohne das ECE-Prüfzeichen sollten daher gar nicht erst erworben werden, darin sind sich die Fachleute einig.(#02)

Fehlende ECE 22-05-Norm: auch Versicherungsschutz gefährdet

Produkte, die die Anforderungen nach ECE 22-05 erfüllen, besitzen ein entsprechendes, kleines ECE-Label. Dieses ist meist am Kinnriemen oder am Futter angenäht.

Zur Prüfung des Helms auf die Richtlinien nach Norm ECE 22-05, rät auch die DEKRA, eine der führenden Prüfgesellschaften weltweit. Erfüllt der Helm nicht die vorgeschriebenen Standards nach ECE 22-05, gefährdet man nicht nur seine Gesundheit. Auch der Versicherungsschutz ist dann in Gefahr, so die Motorradexperten von DEKRA.

Die Schadensersatzansprüche können bei einem Unfall mit dem Motorrad, nämlich wesentlich geringer ausfallen. Helme ohne das ECE-Prüfzeichen sollten daher gar nicht erst erworben werden, darin sind sich die Fachleute einig. DEKRA, der ADAC aber auch spezielle Presse-Artikel in Fachmagazinen, die sich mit dem Thema befasst haben, warnen zudem daher davor, Motorradhelme gebraucht zu kaufen und seinen Helm länger als sieben Jahre zu benutzen.

Auch wenn man einen gebrauchten Helm genau begutachtet hat und der Ansicht ist, sich eine Übersicht über alle möglichen Abnutzungserscheinungen verschafft zu haben: minimale Risse im Inneren oder Beschädigungen des Polsters, sind für den Laien meist nicht erkennbar – verringern die Sicherheitsleistung des Motorradhelms aber beträchtlich.

Der ADAC hat eine Übersicht für Motorradfahrer und Helmbenutzer zusammengestellt, auf was man achten muss, um mit einem möglichst sicheren Helm unterwegs zu sein, der hohen Schutz gewährleistet:
https://www.adac.de/infotestrat/motorrad-roller/helm-bekleidung/motorradhelme/tipps/helmbenutzer.aspx
Wer ein nach ECE 22- bzw. ECE 22-05-geprüftes Produkt kauft, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: Cello Armstrong -#01: Dreadlock -#02:mitifoto_

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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