Motorrad Rundfahrt in der französischen Auvergne

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Wer eine längere Ausfahrt mit seinem geliebten Bike plant, den sehnt es natürlich nach vielen Kurven, vielen Höhenmetern, vereint mit einer tollen landschaftlichen Kulisse. Einer der schönsten Landschaftsstriche, befindet sich mitten im Herzen von Frankreich: die Region Auvergne.

Meine Route

Für kurvenreiche Strecken und genügend Höhenmeter sorgen hier das vulkanische Zentralmassiv „Chaine des Puys“ und „Monts Dore“. In Kombination mit hervorragend asphaltierten Straßen und unvergesslichen Aussichtspunkten, entsteht ein richtiges Paradies für alle Motorrad-Begeisterten.

Tag 1 Start in Vichy Richtung Südwesten nach Clermont-Ferrand
  1. 130km
Über Clermont-Ferrand nach Mont-Dore
  1. 90km
Tag 2 Weiter von Mont-Dore Richtung Süden nach Saint-Flour
  1. 150km
Über Saint-Flour Richtung Osten nach Le Puy-en-Velay
  1. 150km
Tag 3 Von Le Puy-en-Velay Richtung Norden nach Thiers
  1. 160km
Übier Thiers zurück nach Vichy
  1. 70km

Tipp: Wer eine Ausfahrt in Frankreich plant, muss unbedingt an reflektierende Bekleidung denken, um ein Bußgeld zu vermeiden. Über solche Informationen und Weitere, wie zum Beispiel über Kulturelles in Auvergne, sollte man sich vor Reiseantritt bei dem zuständigen Amt für Tourismus informieren.

Wer eine längere Ausfahrt mit seinem geliebten Bike plant, den sehnt es natürlich nach vielen Kurven, vielen Höhenmetern, vereint mit einer tollen landschaftlichen Kulisse. Einer der schönsten Landschaftsstriche, befindet sich mitten im Herzen von Frankreich: die Region Auvergne.(#01)

Wer eine längere Ausfahrt mit seinem geliebten Bike plant, den sehnt es natürlich nach vielen Kurven, vielen Höhenmetern, vereint mit einer tollen landschaftlichen Kulisse. Einer der schönsten Landschaftsstriche, befindet sich mitten im Herzen von Frankreich: die Region Auvergne.(#01)

Start der Route

Wer an der Auvergne -Region interessiert ist, startet am besten in dem Ort Vichy. Vorweg, für diese Rundfahrt, sollten auch geübte Motorradfahrer mindestens vier Tage einplanen. Falls noch Zeit für Kulturelles oder Entspannung in Auvergne bleiben sollte, würde ich vorschlagen die Reisezeit auf bis zu sieben Tage zu verlängern.

In der 25.000 Einwohner großen Stadt Vichy angekommen, steht einem zunächst der Sinn nach einer passenden Unterkunft für die Nacht. Hier entschied ich mich für den Aufenthalt im Hotel „Auberge Bourbonnaise“, da dieses auch gleichzeitig ein gutes Restaurant enthält und etwas außerhalb der Stadt liegt. Wer eine zentralere Lage zu schätzen weiß, für den empfiehlt sich das Hotel „Central Hotel Kyriad“. Dieser Ort wurde schon von den alten Römern als Kurort verwendet, da in dieser Region insgesamt 12 heiße und kalte Quellen existieren. Diese werden zur Kur von Rheuma und zur Entspannung verwendet.

Architektur begeisterte Motorradfahrer finden in der Altstadt interessante Bauwerke wie die Kirche „Saint-Blaise“ im byzantinischen Stil. Dieser Stil kann in der gesamten Auvergne wiedergefunden werden. Auch auf einem Spaziergang entlang der Promenade des Flusses „Les bords de I’Allier“ oder durch den „Parc des Sources“ können viele Schönheiten entdeckt werden. Die Stadt bietet aber auch insgesamt fünf äußerst interessante Museen. Das sehenswerteste Museum bildet hier das „Musee de l’Opera de Vichy“, in der die Geschichte der Opernhauses von Vichy nacherzählt wird. Auch eine Pferderennbahn und ein Casino sind in der Stadt angesiedelt.

Video: 3000km französische Alpen in 10 Minuten (Deutsche Ton Version)

Ab nach „Le Mont Dore“

Für diesen Tag sind knapp 200 Straßenkilometer geplant und führen mich zunächst Richtung Westen. An Tankstellen mangelt es in Vichy wirklich nicht, an jeder Stadtausfahrt kann eine „Station Service Total“ gefunden werden. Eine aufregende und technisch anspruchsvolle Fahrt durch Wälder und Täler entlang von Felder, Flüssen, Seen und nicht mehr aktiven Vulkane beginnt. Schnell wurde mir bewusst, Kurven existieren in Auvergne wirklich zu genüge. Die ersten wirklich aufregenden Kurven ließen nicht lange auf sich warten und können im Bereich von „Chateaneuf les Bains“ gefunden werden.

Von hier aus, ging es weiter Richtung Süden und somit auch in Richtung einer der sehenswertesten Städte aus der Region: Clermont-Ferrand. In dieser äußerst dynamischen Stadt sollte unbedingt zumindest eine kurze Pause eingelegt werden. Die Kathedrale von Clermont-Ferrand, „Notre-Dame-du-Port“, wurde nicht umsonst zum Welterbe der Menschheit der UNESCO gekürt. Es handelt sich hier um eine der schönsten Kirchen und ein Meisterwerk der romanischen Kunst. Auch die Museen und verschiedene Ausstellungen können sich sehen lassen. Das rund 2.000 Quadratmeter große Museum „L’Aventure Michelin“ stellt den Lebensweg der Gründer der Marke Michelin dar. Wer mehr über diese wunderschöne Stadt erfahren will, kann sich an das Amt für Tourismus wenden, welches hier angesiedelt ist. Das Amt für Tourismus stellt alle notwendigen Informationen und Wissenswertes in Form von Flyer zur Verfügung.

Ausblick auf die nächsten Tage

Um eine Übersicht über den Verlauf unserer Route zu bekommen, war das nächste nahegelegene Ziel die Erhöhung „Plateau de Gergovie“. Hier konnte ich einen grandiosen Ausblick über Auvergne genießen. Von dort aus ging es weiter in Richtung Südwest, durch viele dichte und kurvige Wälder, entlang des Sees „Lac de Guery“, weiter nach „Mont-Dore“.

Der Aufenthalt ist im Hotel „Aviation“ im benachbarten Ort „La Bourboule“ geplant. Doch zunächst wollte ich etwas mehr Kulturelles aus Auvergne und der Stadt „Mont-Dore“ in Erfahrung bringen. Diese Region wurde ebenfalls stark durch das römische Reich geprägt. Neben mehreren Museen, können hier Reste von römischen Thermen gefunden werden. Besonders hervor sticht hier das Kurhaus „Établissement Thermal“ mit seinen weiträumigen Sälen, Mosaiken, Rundbögen und Säulen.

Ein besonderes Bauwerk bildet hier auch der so genannte Phantastensalon, welcher eine jährliche Ausstellung in Auvergne beinhaltet. Hier werden die bekanntesten europäischen Werke der phantastischen Imaginärkunst zur Schau gestellt.
Laut unserem Reiseführer, ist hier auch das riesige Skigebiet von „Mont Dore“ angesiedelt, welches für Motorradfahrer zur wärmeren Jahreszeit eher uninteressant sein dürfte.

Video: Die Auvergne mit dem Motorrad

Nach „Le Puy-en-Velay“ über „Saint Flour“

Für den nächsten Tag sind mehr als 300 Kilometer eingeplant. Um genügend Sprit für diese Fahrt zu haben, führte mich der Weg zunächst wieder durch „Mont Dore“, da ich hier am Vorabend eine günstige Tankstelle entlang der Straße „Boulevard Mirabeau“ entdeckt habe. Die Fahrt Richtung Süden beginnt schon zeitig in der Früh, denn die Strecke verläuft entlang des Nationalparks „Parc Naturel Regional des Volcans d’ Auvergne“. Der Asphalt schlängelt sich hier gewohnt kurvig durch Wälder und Täler. Dank der Nähe zum Nationalpark, gibt es viel zu sehen.

Anschließend wechseln die wunderschönen Aussichten ihr Bild. Die Wälder verschwinden und eine tolle Seenlandschaft kommt zum Vorschein. Die Seen verteilen sich rund um die Stadt „Lastioulles“. Wer auf Übernachtungen im Zelt steht, kann sein Lager am Campingplatz „Les Bruyeres“ aufschlagen. Der Campingplatz verfügt über einen Zugang zum See, perfekt also für Tage geeignet, an denen es zu heiß für die Motorradkluft ist. Unzählige weitere Kurven führen mich immer weiter Richtung Süden durch die Auvergne, bis ich schließlich die Stadt „Saint-Flour“ für eine späte Mittagspause erreichte. Den Hunger stillte ich in dem hervorragenden französischen Restaurant „Chez Genevieve“, welches überaus freundlich zu Bikern war. Für den Aufenthalt durfte ich sogar mein Motorrad im sicheren Innenhof abstellen.

Da ich dem Zeitplan etwas hinterherhinkte, musste ich leider auf die Besichtigung von Museen und Kirchen in „Saint Flour“ verzichten. (#02)

Da ich dem Zeitplan etwas hinterherhinkte, musste ich leider auf die Besichtigung von Museen und Kirchen in „Saint Flour“ verzichten. (#02)

Abfahrt in Saint Flour

Da ich dem Zeitplan etwas hinterherhinkte, musste ich leider auf die Besichtigung von Museen und Kirchen in „Saint Flour“ verzichten. Dies wollte ich dafür in „Le Puy-en-Velay“ nachholen. Weiter ging es Richtung Osten, entlang der Straße D990. Diese Straße beinhaltet zunächst lange Geraden, doch die ersten Waldgebiete mit schönen Serpentinen ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten. Die Städte auf dieser Route müssen nicht gemieden werden, denn es gibt hier nur wenig Verkehr. So kann auch etwas Sightseeing vom Motorrad aus betrieben werden.

Sobald ich in „Le Puy-en-Velay“ eintraf, merkte ich schnell, dass es sich hier um eine sehr spirituelle Stadt handelt. Nicht umsonst startet hier der Pilgerweg „Via Podiensis“. Eine Nächtigung war im Hotel „Barrol“ geplant. Der Blickfang, welcher aus für die Namensgebung der Stadt sorgte, sind die Basaltkuppen (Puys). Auf einer dieser Kuppen thront die Kirche „Saint Michel d’Aiguilhe“, laut meinem Reiseführer ein Muss für eine Besichtigung. Auf der nahegelegenen Erhöhung konnte ich die „Statue de Notre-Dame de la France“ erblicken. Bei Nacht wird die Statue mit Scheinwerfern angestrahlt und ist schon von weitem zu sehen. Wer über ein Abendessen nachdenkt, sollte sich unbedingt auf ein Linsengericht festlegen. Die Stadt ist bekannt für ihre Spezialitäten aus grünen Linsen.

Um unseren Rundfahrt durch die Auvergne zu vervollständigen, starte ich heute auf der D13 Richtung Norden. Auf diesem Weg liegt auch die relativ günstige Tankstelle „Station U“. (#03)

Um unseren Rundfahrt durch die Auvergne zu vervollständigen, starte ich heute auf der D13 Richtung Norden. Auf diesem Weg liegt auch die relativ günstige Tankstelle „Station U“. (#03)

Bis zur Pause in Thiers

Um unseren Rundfahrt durch die Auvergne zu vervollständigen, starte ich heute auf der D13 Richtung Norden. Auf diesem Weg liegt auch die relativ günstige Tankstelle „Station U“. Die an diese Straße anschließenden Straßen führen mich immer weiter nach Norden, durch den „Parc Naturel Regional Livradois-Forez“ und über den 1946 Meter hohen Gebirgspass „Col de Fourche“. Auf dieser Route hielt ich mich an kleinere Straßen, um nochmals in den vollen Genuss der kurvenreichen Strecke zu kommen. Eine Pause wird hier in der knapp 12.000 Einwohner großen Gemeinde „Thiers“ eingelegt.

Diese Stadt unterscheidet sich von den bisherigen, da ihr Ursprung im keltischen liegt und der Stil sich dementpsrechend widerspiegelt. Hier sind ebenfalls ein paar sehr schöne Kirchen zu bewundern, die Kirche „St-Genes“ sollte auf keinen Fall ausgelassen werden. Immerhin besitzt diese die größte Kuppe der Auvergne. Auch das Schloss „La Cassaigne“ aus dem 15. Jahrhundert ist ebenfalls ein Besuch wert. In den Ausstellungen in Auvergne „L’Orangerie“ können tropische Gewächse bewundert werden.

Die Route ging weiter über die Gebirgskette „Puy-de-Dome“ zu der bereits bekannten Stadt „Vichy“. (#04)

Die Route ging weiter über die Gebirgskette „Puy-de-Dome“ zu der bereits bekannten Stadt „Vichy“. (#04)

Zurück nach „Vichy“

Nach der Mittagspause entschied ich mich für einen kurzen Umweg über „Plan d’Eau“. Hierdurch konnte ich noch den gleichnamigen See betrachten, welcher sich an heißen Tagen wunderbar für eine Abkühlung eignet. Die Route ging weiter über die Gebirgskette „Puy-de-Dome“ zu der bereits bekannten Stadt „Vichy“. Die Gebirgskette sorgte wieder für gewohnt viele Kurven und ein spannendes auf und ab.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Lucien Mollard  -#01: Henryk Sadura -#02:  Evan Frank -#03: milosk50 -#04: Stefan Ataman

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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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