Neun von zehn Gebrauchtwagen werden online angeboten
Das geht aus aktuellen Erhebungen des CAR-Instituts (Center Automotive Research) der Universität Duisburg-Essen für den BITKOM hervor. "Das Internet ist zum bedeutendsten Marktplatz für den Autokauf geworden", sagt BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. "Die Online-Gebrauchtwagen-Börsen schöpfen ihr Marktpotenzial in Deutschland gut aus", erklärt Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts. Nach der Einschätzung von CAR und BITKOM lesen monatlich bis zu 10 Millionen Deutsche Auto-Annoncen im Internet. Dank Internet-Autobörsen haben die Käufer mehr Auswahl und können die Preise besser vergleichen.
Hier die wichtigsten Tipps des BITKOM zum Autokauf via Internet:
1. Basisinformationen zusammenstellen
Bevor sich Käufer einzelne Angebote anschauen, können sie sich im Web umfassend über geeignete Autos informieren. Auf den Seiten der Hersteller gibt es Infos zu Ausstattungsvarianten und technischen Daten. Viele Autofirmen betreiben online so genannte Konfiguratoren. Das sind Datenbanken, mit deren Hilfe Interessenten ihr Wunschauto auswählen können. Es gibt zahlreiche weitere Info-Services. So sind auf Webseiten von Autozeitschriften Testberichte zu lesen, Automobilklubs informieren über die Zuverlässigkeit bestimmter Modelle. Nicht zu unterschätzen sind Tipps anderer Autofahrer. Diese findet man in Internet-Foren. Die nach eigenen Angaben größte deutschsprachige Auto-Community ist motor-talk.de. Es gibt auch Foren zu ganz speziellen Fragen: So werden etwa bei spritmonitor.de Erfahrungen zum Treibstoffverbrauch ausgetauscht.
2. Angebote finden
Die beiden größten Online-Marktplätze für Autos sind mobile.de und AutoScout24. Auch Autozeitschriften und Tageszeitungen betreiben eigene Autobörsen, in denen Händler und Privatpersonen inserieren. Sowohl Neuwagen als auch Gebrauchte sind dort zu finden. Per Suchfunktion können Interessenten nach bestimmten Fahrzeugtypen schauen, oder eine Auswahl möglicher Fahrzeuge nach technischen Daten treffen. Die Nutzer können auch gezielt nach Sonderausstattungen suchen oder sich nur Anbieter in ihrer Umgebung anzeigen lassen. Manche Autobörsen bieten zudem einen Benachrichtigungsdienst an. Dabei werden Interessenten regelmäßig per E-Mail benachrichtigt, welche Autos mit den gewünschten Kriterien aktuell angeboten werden. Bevor man sich bei solchen Marktplätzen als Interessent registrieren lässt, sollte man die Geschäftsbedingungen und die Datenschutzbestimmungen lesen.
3. Preise vergleichen
Wer sich für ein Auto interessiert, sollte es mit anderen, die eine ähnliche Laufleistung und Ausstattung aufweisen, vergleichen. Beim Preis spielen auch das Baujahr, die Zahl der Vorbesitzer und Unfallschäden eine Rolle, zudem gibt es regionale Preisunterschiede. Selbst bei sehr ähnlichen Angeboten bestehen teils enorme Differenzen. Preis-Tabellen für Gebrauchtwagen vom ADAC und anderen Organisationen helfen bei der Einschätzung. Man kann einen Gebrauchten vor dem Kauf auch individuell bewerten lassen. Online ist das zum Beispiel beim TÜV oder den Anbietern DAT und Schwacke kostenpflichtig möglich. Dabei werden unter anderem Baujahr, Kilometer, Extras und die Farbe berücksichtigt.
4. Anbieter prüfen und kontaktieren
Wenn ein Angebot in die engere Wahl rückt, sollten Interessenten zunächst die Seriosität prüfen. Detaillierte Informationen sind ein entsprechendes Zeichen. Gewerbliche Händler sollten ihre volle Anschrift angeben und den Geschäftsführer oder Verantwortlichen nennen. Vorsicht, wenn ein Angebot nachlässig, lückenhaft oder missverständlich formuliert ist. Im Zweifel genau nachfragen, etwa nach der Zahl der Vorbesitzer, früheren Unfallschäden oder nötigen Reparaturen. Wird ausweichend oder gar nicht geantwortet, lässt man am besten die Finger von dem Angebot. Kontakt aufnehmen können Interessenten meist per E-Mail oder Telefon. Telefonnummern sollten keine teure 0900-Vorwahl haben.
5. Betrüger erkennen
Wie überall gibt es auch in Autobörsen schwarze Schafe. Deshalb sollten Internetnutzer genau hinschauen, wenn ein Auto weit unter den üblichen Marktpreisen angeboten wird. Auch Verkäufer werden sich zunächst einmal online über das Preisniveau vergleichbarer Angebote informieren und niemand gibt ohne Grund einen niedrigen Preis an. Manchmal dient ein unschlagbarer Preis auch schlicht als Lockmittel für Betrugsopfer. Ein beliebter Trick ist, von Interessenten eine Anzahlung zu verlangen. Davon ist dringend abzuraten, auch wenn der Verkäufer scheinbar plausible Gründe nennt. Zuweilen ist das überwiesene Geld dann verschwunden, angebliche Sicherheiten stellen sich als gefälscht heraus, und das Auto gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Gefährlich kann es aber auch sein, mit einem größeren Bargeld-Betrag zu einer Probefahrt zu kommen. Am besten, man lässt sich von einer Vertrauensperson begleiten und hebt das Geld nach dem Unterschreiben des Kaufvertrags bei der Bank ab. Rechtliche Tipps zum Kaufvertrag gibt es online bei Automobilklubs. Außerdem sollten alle nötigen Dokumente im Original vorgelegt und geprüft werden. Wer den Zustand des Wagens selbst nicht einschätzen kann, sollte einen Check in einer Werkstatt oder bei einem Sachverständigen machen lassen oder einen Sachverständigen zum Ortstermin mitbringen - insofern der Verkäufer dem zustimmt. Gebrauchtwagentests kosten typischerweise zwischen 50 und 100 Euro.
Weitere Tipps gibt es online unter sicherer-autokauf.de. Diese Initiative wird von den führenden Online-Autobörsen mobile.de und AutoScout24, dem ADAC und der Polizei getragen.
Quelle: Pressemeldung BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,Telekommunikation und neue Medien e.V.
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